News: 19.10.2018

„Uns fehlt ein Masterplan“

Digitalisierung im Gesundheitssystem: von Österreich lernen / Impressionen von der K|M|S Herbsttagung

Warum ist Österreich Deutschland in der Digitalisierung voraus? „Political Leadership“ macht offenbar den Unterschied im e-Gesundheitssystem. K|M|S, Deutschlands Wissensmanager Nummer Eins für Krankenhäuser, blickte bei seiner Herbsttagung 2018 auch zum kleineren Nachbarn.

Der Blick über den eigenen Horizont hinaus ist eine der Stärken der renommierten K|M|S Herbsttagung. Mit rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war das hochkarätige Forum erneut ausgebucht. Das Unterhachinger IT Unternehmen präsentiert bei seiner Herbsttagung stets fachlich anspruchsvolle innovative Lösungen für die strategische Klinikführung, zukunftsorientierte Managementthemen, renommierte Referentinnen und Referenten und ein qualitativ hochwertiges Experten-Netzwerk. Und das in einer entspannten und familiären Atmosphäre.  

Eine Vielzahl neuer Lösungen für die Kliniksteuerung hatte K|M|S auch diesmal wieder exklusiv für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer parat. Die exponierte Stellung des Unternehmens im Markt zeigt seine Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten, von der CEO Alois G. Steidel berichtete: 20 Prozent Umsatzsteigerung, acht zusätzliche Mitarbeiter, 17 Neukunden und wichtige neue Kooperationen – mit GSG Consulting, digmed GmbH und Celonis SE. „Wir schaffen Mehrwerte für unsere Kunden durch Kooperationen. Nicht durch Abschottung“, betonte Vorstand Andreas Zowislo.

Dr. Clemens Martin Auer, Sektionschef im österreichischen Gesundheitsministerium, legte dar, dass in Österreich der Austausch von Gesundheitsdaten als öffentliches Interesse gesehen wird. Denn sowohl Ziel als auch Ergebnis stellen einen Mehrwert für Patienten dar, sprich eine bessere Prozess-, Behandlungs- und Ergebnisqualität. Also hat der Staat die Voraussetzungen per Gesetz in eigener Regie geschaffen und das Projekt mit 100 Millionen Euro ausgestattet. Im Zentrum des „e-Gesundheitssystems“ steht der Datenaustausch aller Akteure über Sektorengrenzen hinweg. Systemsteuerung und Herstellung von Interoperabilität seien daher zwingend Aufgaben des Staates, sagte Auer: „Der Sektor schafft das nicht allein.“ Er sprach die Notwendigkeit des politischen Leaderships mehrfach an.

Die daran anschließende Podiumsdiskussion stellte sich die Frage, „Wer sind die Treiber der Digitalisierung in Deutschland? „Wir sind in Deutschland eher damit beschäftigt, warum es nicht funktionieren kann. Uns fehlt ein Masterplan“, stellte Peter Bechtel, Pflegedirektor am Universitäts-Herzzentrum Freiburg-Bad Krozingen fest. Zustimmung erhielt er vom Direktor der Augsburger Hessing Stiftung, Markus Funk: „Viele entwickeln in Deutschland eigene Lösungen. Da steht der Konkurrenzgedanke im Vordergrund. So lange dies so ist, werden wir nicht wirklich vorankommen.“ So ganz schlecht wollte Dr. Georg Münzenrieder vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Gematik dann doch nicht wegkommen lassen. „Es geht voran“, sagt er und setzt große Hoffnungen in das für 2019 geplante Digitalgesetz. Es war schließlich Dr. Clemens Martin Auer, der noch mal eine ganz andere Perspektive aufmachte: „Wir brauchen massive Investitionen in digitale Strukturen.“ Denn die Anbieter seien oft gar nicht in der Lage, die anfallenden Daten in hoher Qualität aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Das sei eine nationale und sogar letztlich europäische Aufgabe.

Stets aus erster Hand erfahren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der K|M|S Herbsttagung auch, was das InEK für die Kliniken plant. Dr. Michael Rabenschlag, beim Institut Leiter der Abteilung Ökonomie, gewährte auch diesmal wieder einen detaillierten und tiefen Einblick in die kommenden Veränderungen beim Fallpauschalen-Katalog: zum Beispiel Verbesserungen bei den Extremkosten für Kinder, höhere Vergütung in der Psychiatrie bei hoher Therapiedichte und eine Vielzahl weiterer „relevanter Umbauten im DRG-System“.

Nicht zu vernachlässigen in der Digitalisierung sind ethische Fragestellungen, wie auch in einer vernetzen Welt die Grundrechte des Menschen gewahrt werden können und gleichzeitig das alltägliche Leben für Alle bereichert werden kann. Nach diesem Gedankenexkurs durch den Theologen Dr. Andreas Klein, demonstrierten Dr. Marisa Petri, Gerald Wick und Heiko Heinrich-Nestler, ganz frische Funktionen aus der K|M|S Entwicklung, die den Kunden nun zur Verfügung stehen.

Wie kann ein verbundweites Standardberichtswesen aussehen? Diese Frage beantwortet Andres Hill vom Elisabeth Vinzenz Verbund und zeigte sowohl die Schwierigkeiten der Ausgangslage wie auch die Projektumsetzung auf. Im Anschluss wurde durch Mirjam-Jasmin Horneber und René Klinger vom Klinikum Fürth, vorgestellt, wie eine Umstellung auf eisTIK®.akut projektiert werden kann und wie ihre ersten Erfahrungen mit der neuen Technologie sind.

Der zweite Tag begann mit der Frage: „eisTIK® - Quo Vadis“? Es wurde anhand griffiger Live-Demonstrationen eindrucksvoll vorgestellt. Dass man Transparenz in MVZ herstellen kann, präsentierte Rainer Bühn aus den MVZ ANregiomed: Wie es bisher das Leistungsreporting machte und wie ihn eisTIK® zukünftig seinen Arbeitstag erleichtern kann. Im Anschluss stellte Dr. Andreas Goepfert vom Klinikum Braunschweig vor, wie man Prozessmining nutzen kann. Er zeigte auf wie K|M|S mit dem neuen Partner Celonis SE in eisTIK® aufbereitete Daten in das Prozessmanagement übermittelt und dann Engpassstellen ermittelt werden können.

Was versteht K|M|S unter integrierter Unternehmensplanung? Dies veranschaulichten Lars Anwand und Ralf Helbig aus dem Klinikum Braunschweig. Es wurde demonstriert, wie Daten in das in eisTIK® integrierte Planungstool des Partners Seneca Business Software GmbH übermittelt werden und dann mit verschiedenen Planungsverfahren Prognosen erstellt werden können. John Ahrens von K|M|S stellte die zukünftige Strategie für die Benchmark Projekte vor. Dabei wurde der Fokus auf die neuen Partnerschaften mit digmed GmbH zum OP-Benchmarking sowie GSG Consulting zum Leistungsbenchmark vorgestellt. Mit diesen beiden Partnerschaften können wir nun die beiden größten deutschen Benchmark-Gruppen gemeinsam anbieten.

Zum Abschluss ging Gerald Reinisch noch auf den bewährten Release-Zyklus ein: Ankündigungen auf der K|M|S Herbsttagung, Präsentation und Verkaufsstart zur DMEA (vormals conhIT) und die Themenvertiefung bei K|M|S vor Ort. Die „Take Home Story“ endete mit dem Hinweis auf eine zeitnahe Bereitstellung von Lösungen für die Anforderungen der risikoadjustierten Pflegepersonaluntergrenzen, die viele Kliniken dringend benötigen, zur Datenarchivierung und den Aufbau individueller Cubes. Bevor die Gäste sich auf den Heimweg machten, freute sich Alois G. Steidel die Anwesenden beruhigen zu können: „Mit Daten, Wissen und Technologie werden wir auch hier eine Lösung bieten.“

 
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