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20. September 2017

Success Story: Klinikum Burgenlandkreis

»Wir würden die Medizinischen Leistungsgruppen wieder einführen«

Die Ausgangslage

Seit 2013 arbeitet das Klinikum Burgenlandkreis mit eisTIK® und seit 2015 mit den „Medizinischen Leistungsgruppen by GSG“ in der Somatik von KMS.

Die Medizinischen Leistungsgruppen ermöglichen eine strukturierte Analyse des Leistungsspektrums in der Klinik – losgelöst von der fast unüberschaubaren Vielfalt der ICD- und OPS-Codes und deren möglichen Kombinationen zueinander. Ein Set aus derzeit etwa 600 Leistungsgruppen bildet dafür alle wesentlichen Leistungsbereiche in der Somatik sowie Psychiatrie und Psychosomatik ab. Die Medizinischen Leistungsgruppen wurden praxisnah unter enger Einbeziehung der Anwender entwickelt und von rund 250 Einrichtungen (Stand 2017) bundesweit in Benchmark-Projekten eingesetzt. Mit den „Medizinischen Leistungsgruppen by GSG“ können die Kliniken ihr Leistungsgeschehen strukturiert und unter medizinischen Gesichtspunkten mit für den Kliniker sprechenden Bezeichnungen unabhängig von deren DRG- oder PEPP-Eingruppierung abbilden und ihr Berichtswesen um eingängige Kennzahlen erweitern.

Damit bilden die Leistungsgruppen praktisch einen Brückenschlag zwischen Medizinern und Ökonomen. Einer festgelegten Logik folgend ordnet ein Grouper im Hintergrund im eisTIK®-basierten Data Warehouse von KMS die einzelnen Fälle mit den im Krankenhausinformationssystem erfassten Diagnosen und/oder Prozeduren konkreten und fassbaren Fallgruppen zu. Damit wird die Sprache zwischen Ärzten und Ökonomen vereinfacht und transparent gestaltet: Denn Ärzte haben eine andere Sichtweise auf die von ihnen erbrachten Leistungen, als zum Beispiel (Medizin-)Controller.

Roland Meier spricht beide Sprachen. Der Facharzt für Chirurgie leitet am Klinikum
Burgenlandkreis die IT-Abteilung und das Medizinmanagement. Im Klinikum werden die Leistungsgruppen primär für die so genannten Klinikgespräche genutzt. „Die Klinikgespräche finden bei uns regelmäßig statt, zweimal im Jahr – jeweils im Frühjahr und im Herbst“, berichtet Meier. Dabei geht es natürlich auch um die Leistungsentwicklung: Wie ist die Bilanz, welche Entwicklung ist zu erwarten, etc. Dabei leisten die Medizinischen Leistungsgruppe wertvolle Unterstützung.

»Den Medizinern fällt es nach wie vor sehr schwer, sich unter den Begrifflichkeiten, der Bezeichnung einer DRG, konkret etwas vorzustellen. Die Verbindung zu der dieser Fallpauschale unter Kostengesichtspunkten zugeordneten medizinischen Fallkonstellation ist oft nicht herzustellen.«

Roland Meier, Leiter IT und Medizinmanagement
„Das DRG-System wird immer komplexer“, sagt Roland Meier: „Wir haben mittlerweile fast 1.260 DRG. 2003 sind wir mit etwa 660 gestartet. Das kann ich natürlich einem ärztlichen Kollegen kaum noch vermitteln. Wenn ich diesem sage, wie viele und welche DRG er ansteuert, dann guckt er mich meist nur fragend an.“

Medizinische Leistungsgruppen

Der behandelnde Arzt, weiß IT-Leiter Meier, will letztendlich eigentlich nur wissen: Wie viele Patienten mit einer Erkrankung der Schilddrüse, mit einer s. g. Blinddarmentzündung oder einer krankhaften Veränderung am Magen habe ich operiert? Meier: „Man darf nicht vergessen, dass das DRG-System vor allem ein Abrechnungssystem ist. Deshalb gibt es auch bei den Leistungsgruppen von KMS den bezeichnenden Zusatz medizinisch“. Das trifft es dann auch auf den Punkt: Das ist für den Kliniker etwas Fassbares. Das ist letztendlich die Summe der unterschiedlichsten Fallpauschalen, die sich dahinter verbirgt.“

Das führt zu einer gemeinsamen Sprache und erleichtert das Gespräch mit den Ärzten im Klinikum. Meier nennt ein Beispiel aus der Praxis: „Wenn ich eine orthopädische Klinik betrachte und wissen will, wie viele Endoprothesen in dieser implantiert worden sind, dann müsste ich das erst über verschiedene Prozedurenschlüssel zusammensuchen und kann sehen, wie viele DRG angesteuert worden sind. Mit einer medizinischen Leistungsgruppe habe ich dagegen eine klare Zuordnung. So kann ich konkret sagen: So und so viele Endoprothesen sind z. B. am Hüft- oder Kniegelenk mehr oder weniger als im Vorjahr implantiert worden und dieses bedeutet im DRG-System in der Bewertung so und so viele Case-Mix-Punkte. Dieses ist für den Arzt wesentlich greifbarer und verständlicher, eben 'klinischer'.“
Abbildung: Umsetzung am Beispiel "Bösartige Neubildungen"
Macht es aus der Sicht der Klinik Sinn, die Mengenplanung auf der Basis von Medizinischen Leistungsgruppen vorzunehmen? Meier ist da zurückhaltend. Er hält das auch in der Praxis für schwer umsetzbar. Er führt den Fall eines Patienten an, der eine Endoprothese implantiert bekommt und zusätzlich auch einer Geriatrischen Frührehabilitation bedarf: In welcher Leistungsgruppe würde dieser Fall dann abgebildet werden? Bei den Endoprothesen oder bei der Frührehabilitation? Um dem Kliniker das vermitteln zu können, müsste es daher möglich sein, einen Fall mehrfach zuordnen zu können. Für die Planung darf ein Fall aber nur einer Leistungsgruppe angehören, sonst stimmt in der Gesamtbetrachtung die Zahl der Fälle und die Summe der Bewertungsrelationen nicht, wendet Roland Meier ein.

Auch die Möglichkeit, die Medizinischen Leistungsgruppen in das Berichtswesen einfließen zu lassen, erachtet er nicht zwingend als erforderlich. Die Grundsatzfrage laute: „Was packe ich alles in das Berichtswesen? Und lesen das auch alle? Dient es wirklich der Information? Und kann ich damit gut steuern? Da gibt es unterschiedliche Auffassungen. Wir haben uns entschieden, die Medizinischen Leistungsgruppen für die Klinikgespräche zu nutzen. Ich weiß nicht, ob es Sinn macht, die Intervalle zu verkürzen. Den direkten Dialog sehe ich als zielführender an. Das ist die Idee hinter den Klinikgesprächen.“ Daran nehmen jeweils neben dem Chefarzt/der Chefärztin einer der 16 Fachkliniken auch Leitende Oberärzte und die Mitarbeiter aus der Krankenpflege teil.

»Die Klinikgespräche sind schon große Runden, in denen wir immer auch einen Kosten-Leistungsbezug herstellen. Da helfen mir die Möglichkeiten sehr, die uns KMS als ein Data Warehouse bietet.«

Roland Meier, Leiter IT und Medizinmanagement

Resümee

Das Resümee von Roland Meier lautet: „Wir arbeiten seit 2015 mit den medizinischen Leistungsgruppen. Wir würden diese Systematik heute wiedereinführen. Wir waren froh, als das Angebot von KMS kam. Das Modul macht die Gespräche mit den Klinikern deutlich einfacher. Es wird von allen Beteiligten begrüßt, dass wir da jetzt so unterwegs sind und uns nicht mehr über Einzel-DRG, Gruppen von DRG oder zu A-DRG kondensierten Fallpauschalen unterhalten müssen.“

Klinikum Burgenlandkreis

Die Klinikum Burgenlandkreis ist Akademisches Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Jena sowie der Universität Leipzig und beschäftigt rund 1.300 Mitarbeiter. Zum Klinikum Burgenlandkreis gehören das Saale-Unstrut Klinikum Naumburg und Georgius-Agricola Klinikum Zeitz.

Das Klinikum Burgenlandkreis bietet mit seinen 16 Fachbereichen ein breites Leistungsspektrum. Die Kliniken der Basisversorgung haben Stand Ende 2017 zirka 700 Betten.

Jährlich werden rund 26.000 stationäre und 36.000 ambulante Patienten aus dem Süden Sachsen-Anhalts in den Krankenhäusern versorgt.

Seit der Fusionierung der beiden Krankenhäuser im Jahr 2004 wird das Klinikum in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH geführt. Gesellschafter der GmbH ist der Burgenlandkreis, der Sitz der Gesellschaft ist Naumburg.

An das Klinikum sind u. a. ein ambulantes Zentrum, eine Servicegesellschaft und eine Krankenpflegeschule angeschlossen.

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