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11. Juli 2022

Success Story: Universitätsmedizin Mainz

Zentrales Berichtswesen in der Universitätsmedizin Mainz

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Martin Herwig, der Stellvertretende Kaufmännische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, nimmt uns mit hinter die Kulissen und zeigt auf, wie sich der Supramaximalversorger mit einem zentralen Berichtswesen für die Zukunft fit macht.
Martin Herwig
»Im Ergebnis konnte innerhalb des grundsätzlichen Neuaufbaus des Berichtswesens an der Universitätsmedizin Mainz für die medizinischen Betriebseinheiten ein Fachabteilungs-Dashboard entwickelt und zur Verfügung gestellt werden.«
Martin Herwig, Stv. Kaufmännischer Vorstand bei Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Entwicklungen im Gesundheitswesen und den damit einhergehenden ökonomischen Herausforderungen haben auch erhebliche Auswirkungen auf die Universitätsmedizin Mainz als Supramaximalversorger. Vor diesem Hintergrund ist der Bedarf an weiteren und tiefergehenden Informationen hinsichtlich der Patientenversorgung, dem Leistungsgeschehen und der ökonomischen Konsequenzen erheblich gestiegen. Dementsprechend sind auch die Anforderungen an das vorhandene Berichtswesen gewachsen, sodass das Reporting einer Überprüfung unterzogen wurde.
Success Story Universitätsmedizin Mainz Abbildung 1

Berichtswesen der Universitätsmedizin Mainz

Ausgehend von einer SAP-geprägten IT-Systemlandschaft und einer Vielzahl an Subsystemen wurden über mehrere Jahre hinweg durch dezentral organisierte Controlling-Bereiche  unterschiedliche Berichte entwickelt und zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen der Überprüfung wurden unter anderem folgende Erkenntnisse gewonnen bzw. bestätigt:
Aufzählungspunkt 1

Die vollkostenbezogene Ergebnisrechnung war durch eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung auf Teilkostenbasis zu ersetzen. Dabei sollten die Erlöse und Kosten aus der unmittelbaren Behandlung und Versorgung der Patient:innen die Grundlage bilden, so dass die jeweiligen Ergebnisse und deren Entwicklung weitgehend auf den Steuerungsmöglichkeiten durch die medizinischen Betriebseinheiten fußen.

Aufzählungspunkt 2

Für die medizinischen Betriebseinheiten ist eine Erfolgsrechnung aufgebaut und seit vielen Jahren verwendet worden. In dem damit einhergehenden Berichtswesen sind ein sehr hoher Detaillierungsgrad vorhanden und ausgeprägt betriebswirtschaftliche Sach- und Fachkenntnisse erkennbar. Ungeachtet dessen sind die Berichtsinhalte für die Leitungen der medizinischen Betriebseinheiten nicht immer einfach nachvollziehbar gewesen.

Aufzählungspunkt 3

Dieser Erfolgsrechnung liegt eine Erlös- und Kostenrechnung auf Vollkostenbasis zugrunde, die in Anlehnung an das InEK-Kalkulationshandbuch entwickelt worden ist. Es wesentlicher Aspekt liegt dabei in der Kostenumlage. Erlöse aus der Behandlung von stationären Patient:innen werden der entlassenden Abteilung zugeordnet. Die Kosten der vor- und mitbehandelnden Bereiche werden auf die jeweils entlassende Organisationseinheit umgelegt. Dies führt jedoch dazu, dass bei interdisziplinären Behandlungen der anteilige Erfolg der vor- und mitbehandelnden Bereiche nicht ermittelt werden kann.

Ablösung der vorhandenen Kostenrechnung und des Berichtswesens

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse und weiterer Aspekte wurde das bisherige Berichtswesen für die bestehenden und sich abzeichnenden Anforderungen als nicht ausreichend erachtet. Daher war das vorhandene Berichtswesen an der Universitätsmedizin Mainz abzulösen.

Im Rahmen des Aufbaus eines zentralen Berichtswesens lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Revision der bisherigen Erlös- und Kostenrechnung. Dabei standen zwei Aspekte besonders im
Vordergrund:
KMS-Bildmarke

Die vollkostenbezogene Ergebnisrechnung war durch eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung auf Teilkostenbasis zu ersetzen. Dabei sollten die Erlöse und Kosten aus der unmittelbaren Behandlung und Versorgung der Patient:innen die Grundlage bilden, so dass die jeweiligen Ergebnisse und deren Entwicklung weitgehend auf den Steuerungsmöglichkeiten durch die medizinischen Betriebseinheiten fußen.

KMS-Bildmarke

Hinsichtlich der Ermittlung des tatsächlichen Leistungsgeschehens in den medizinischen Betriebseinheiten sollte das System der Kostenumlage durch einen Erlössplitt im stationären Bereich abgelöst werden.

Innerhalb des Gesamtprojekts wurde eine Gruppe gebildet, in der diese beiden Aspekte auch durch Einbindung von Vertreter:innen aus den medizinischen Betriebseinheiten bearbeitet wurden, um die Anforderungen und Perspektiven der Kliniker:innen ausreichend berücksichtigen zu können. Insgesamt haben unter anderem Chef- bzw. Oberärzt:innen aus vier konservativen und vier chirurgisch geprägten Kliniken an diesem Teilprojekt mitgewirkt. Die Arbeiten erstreckten sich über einen Zeitraum von rund sechs Monaten.

In dem erarbeiteten Dashboard werden neben einer dreistufigen Deckungsbeitragsrechnung inklusive der Erlös-Splittwerte unter anderem auch der Kostenverlauf des medizinischen Sachbedarfs, die Fallzahlen unterschiedlicher Behandlungskategorien, Case-Mix-Punkte und die Vollkräfteentwicklung unterschiedlicher Berufsgruppen einrichtungsbezogen abgebildet. Dabei sind sowohl kumulierte Werte als auch zeitreihenbezogene Darstellungen in dem Dashboard integriert.

Mit dem Fachabteilungs-Dashboard konnte ein adressatenbezogenes Berichtswesen mit wichtigen Kerninformationen zur Verfügung gestellt werden. Aus der Perspektive der medizinischen Betriebseinheiten ist das Dashboard positiv bewertet worden. Es besteht nun eine Informationstransparenz zum tatsächlichen Leistungsgeschehen, auf deren Grundlage  Maßnahmen abgeleitet und Entscheidungen getroffen werden können.
Success Story Universitätsmedizin Mainz Grafik

Fazit

Die Entwicklung und Umsetzung des Fachabteilungs-Dashboards ist durchaus als erfolgreich einzustufen. Allerdings ist der Aufbau des zentralen Berichtswesens an der Universitätsmedizin Mainz noch nicht abgeschlossen.

„Es gilt, auf der positiven Resonanz aufzusetzen, um das Berichtswesen weiterzuentwickeln.“

Dies ist für eine umfassende und qualitätsgesicherte Informationsversorgung unabdingbar, auf deren Grundlage die Universitätsmedizin Mainz die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen annehmen und bestehen kann.

Success Story Universitätsmedizin Mainz Abbildung 2

Über die Universitätsmedizin Mainz

Die Universitätsmedizin Mainz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich mehr als 300.000 Fälle stationär und ambulant versorgen.

Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie mehr als 600 Fachkräfte in den Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden an der Universitätsmedizin ausgebildet.

Mit rund 8.600 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz einer der größten Arbeitgeber der Region sowie ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor.

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