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Dr. Daniel Dettling

2. Juni 2022

Kolumne: Clinic Consulting

Es geht um Teamarbeit, Transparenz, Tempo und Teilhabe

Für die Kliniken werden Geschwindigkeit, Agilität, Kooperation auf Augenhöhe, Empowerment der Mitarbeiter:innen und eine ständige und enge Abstimmung mit Berater:innen zu entscheidenden Erfolgsfaktoren bei der anstehenden Transformation. Projekterfahrung, PS und Branchenkenntnis sind dabei das eine, auf das es beim Consulting aus Sicht der Kliniken ankommt. Mindestens genauso wichtig sind jedoch Teamarbeit, Transparenz und mehr Teilhabe der Mitarbeitenden.

Die vier T der Transformation

Digitale Transformation braucht vier „T“: Investitionen in Technologien (IT, Anwendungen, Cybersicherheit), mehr Tempo bei der Umsetzung, umfassende Transparenz, ein Denken in gleichrangigen Teams statt in Hierarchien und damit verbunden: mehr Teilhabe der Mitarbeitenden. Die strategische Ausrichtung auf Zukunft war bislang nicht die große Stärke der deutschen Wirtschaft. Bei der Entwicklung von innovativen Produkten und Dienstleistungen sind andere oft schneller als das „slow motion country“ Deutschland. Dabei sind Agilität und Kollaboration zentrale Faktoren, wenn es um die Gestaltung des Gesundheitswesens geht.

Auch die Kliniken werden schneller auf komplexe Veränderungen reagieren müssen. Nicht Reaktion, sondern Aktion ist gefragt. Neben der Fähigkeit, Veränderungen proaktiv und fortschrittsorientiert anzugehen, erfordert Agilität auch die Stabilität und Sicherheit eines Unternehmens im Wandel. Wo früher durch Delegation einzelne Beschäftigte Aufgaben verrichteten, übernehmen selbstorganisierte Teams die Verantwortung für das Was, das Wann und das Wie. Statt um Hierarchien und einsame Entscheidungsprozesse geht es um Verantwortungsteilung, Mitbestimmung und Autonomie bei der Arbeitsgestaltung – um einen Austausch auf Augenhöhe und transparentere Entscheidungen.

Kliniken als Berater:innen: Clinic Consulting

Zukunftsorientiertes Consulting kann den Kliniken dabei helfen, Schwachstellen leichter zu erkennen und zu kommunizieren, die Akzeptanz der erforderlichen Schritte und Maßnahmen zu verbessern und damit den nötigen Kulturwandel hin zu einer transparenten und beteiligungsorientierten Klinik zu unterstützen. Und umgekehrt können die Kliniken statt nur zu behandeln auch selbst beratend tätig werden, indem sie den Trend aufgreifen und sich als „Clinic Consultant“ profilieren – als Gesundheitsberater:innen, die Patientinnen und Patienten begleiten und sie berät, gesünder zu leben, mit neuen digitalen Anwendungen umzugehen und so zum Co-Akteur zu werden. Das Gesundheitswesen entwickelt sich längst zum digital self care-system, indem die Patient:innen Teil des Gesundheitsmanagements werden. Je präventiver und digitaler Gesundheit wird, desto mehr Verantwortung werden Patient:innen übernehmen können. Wenn sie gut beraten sind, werden Kliniken in Zukunft zu Verantwortungspartnern ihrer Patient:innen.
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– AUTOR

Dr. Daniel Dettling
Institut für Zukunftspolitik

Dr. Dettling schreibt als externer Autor für KMS regelmäßig Beiträge und informiert über allgemeine und aktuelle Themen aus der Gesundheitsbranche.

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