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Dr. Daniel Dettling

8. September 2022

Kolumne: Gesundheitsgenerationen

Next Generation Gesundheit:
Die Gesundheitswelt wird konnektiv und kooperativ

Die Generationen X, Y und Z treiben den Wandel im Gesundheitswesen voran und verändern es nachhaltig. Gemeint sind die Jahrgänge zwischen 1965 und 1979 (Gen X), 1980 und 1994 (Gen Y) und ab 1995 (Gen Z). Besonders gesundheitsbewusst ist die Generation Z. Gesundheit, Familie und Freundschaft sind die wichtigsten Werte aller drei Generationen. Wo die Generation X arbeitet, um zu leben, sucht die Generation Y die Balance aus Beruf und Privatleben. Für die Generation Z ist Arbeit nur ein Teil des Lebens.

Sinn und Solidarität werden zu den beiden zentralen Leitwerten für die Arbeitswelt von morgen. Vor allem für die Generationen Y und Z haben Freizeit und Zeit für Familie und Freunde eine hohe Bedeutung. Job- und Zeitmodelle werden so vielfältig wie die Gesundheitsberufe und ihre Tätigkeiten. Familien- und lebensfreundliche Arbeitsbedingungen, wozu auch Homeoffice und Telemedizin gehören, werden zum Standard. Und Arbeitgeber werden im Wettbewerb um Arbeits- und Fachkräfte kreativer und diverser werden müssen. Der Fach- und Arbeitskräftemangel wird zur größten Herausforderung und langfristig alle anderen Krisen in den Schatten stellen.

Talentismus und Teamplay

Statt über den Wertewandel zu klagen, wird es darum gehen, innovative und individuelle Antworten und Lösungen zu finden: flexible (Teil-)Zeitmodelle, Homeoffice (nicht nur für Verwaltung und Führungskräfte), 4-Tage-Woche und Sabbaticals werden die Arbeitswelt auch im Gesundheitswesen prägen. Flexible, bedürfnisgerechte Arbeitszeiten, kombiniert mit Homeoffice, reduzieren auch die Gesundheitskosten, weil sie die mentale und körperliche Gesundheit verbessern. Moderne Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten die gesamte Breite an Arbeitszeitmodellen an: Von der Teilzeit über die 4-Tage-Woche bis hin zur längeren Vollzeit. 

„Talentismus“ wird zur neuen Philosophie und Strategie von HR und Personal. Arbeitgeber, die nicht in ihre Mitarbeiter:innen investieren und diese wenig wertschätzen, werden die Fachkräftekrise nicht überleben. Talente sind das neue Kapital. Vor fünf Jahren verkündete Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums (WEF) den „Übergang vom Kapitalismus zum Talentismus“. 2022 sind wir mittendrin. Gut ausgebildete und kreative Arbeitskräfte sind die Voraussetzung für langfristiges Wachstum.

Das Gesundheitswesen wird zum Trendsetter der neuen Arbeitswelt

Gesundheitsprofessionen wie Physiotherapeut:innen, Fachpflegekräfte oder Psychotherapeut:innen arbeiten in der Gesundheitswelt von morgen interprofessionell in einem Team rund um die Patient:innen. Das Rollenverständnis verändert sich vom Einzelkämpfer zum Teamplayer. Die Arbeitswelt wird stärker demokratisch und teamorientiert sein statt wie bisher hierarchisch. Der vernetzt denkende und arbeitende Gesundheitsprofi ist das neue Leitbild. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung wird sich das Verhältnis der Berufe untereinander verändern. Eigenverantwortung und agiles Arbeiten in Teams werden wichtiger, Führungsarbeit wird demokratischer, Karrieren durchlässiger. Ziel sind mehr Leistungsorientierung und bessere Aufstiegschancen.

Die nächste Generation Gesundheit setzt auf Sinn und Solidarität. Das Gesundheitswesen wird zum Trendsetter der neuen Arbeitswelt.

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– AUTOR

Dr. Daniel Dettling
Institut für Zukunftspolitik

Dr. Dettling schreibt als externer Autor für KMS regelmäßig Beiträge und informiert über allgemeine und aktuelle Themen aus der Gesundheitsbranche.

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