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Dr. Daniel Dettling

20. September 2021

Kolumne: Green Health - grüne und gesunde Kliniken

Eine neue Gesundheits- und Umweltbewegung ist auf dem Vormarsch

Die gute Nachricht: So viel wie in diesem Bundestagswahlkampf wurde noch nie über Gesundheit gesprochen. Die Corona-Pandemie hat die Themen Digitalisierung, Pflege und Krankenhäuser nach ganz oben gespült. In den letzten vier Jahren hat sich bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens mehr getan als in den letzten 20 Jahren zusammen: Elektronische Patientenakte (ePA) und elektronisches Rezept, Digitale Gesundheits- und Pflegeanwendungen (DIGAs und DIPAs) und das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) sind die bekanntesten Beispiele.

Gesundheit für 5 % der CO2-Emissionen verantwortlich

Die vergessene Nachricht: Gesundheit und Klimaschutz gehören zusammen. Die Gesundheitsbranche ist immerhin für rund fünf Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich – mehr als Schifffahrt und Luftverkehr. Ein Krankenhaus verbraucht in etwa so viel Energie wie eine Kleinstadt, ein Bett in einem deutschen Krankenhaus rund 500-600 Liter Wasser pro Tag.

Es geht um Energie, Beschaffung, Entsorgungsmanagement, Wasser, Ernährung, Transport, Müll, Gebäude und Produktion. Einen erheblichen Beitrag zur Dekarbonisierung des Gesundheitswesens können digitale Lösungen und Services leisten. So führt das Digitale-Versorgung-Gesetz zu weniger Arztbesuchen im ländlichen Bereich. Videokonferenzen und Telematik entlasten Ärzt:innen, Pflegekräfte und Patient:innen und führen zu mehr Zufriedenheit aller, Leistungserbringer wie Patient:innen und Beschäftigte.

„Green Health“ ist hierzulande kaum bekannt

„Green Health“ ist ein hierzulande nahezu unbekannter Ansatz. Es geht dabei nicht um Nahrungsergänzungsprodukte oder Öko-Medizin, sondern um ein nachhaltiges Gesundheitssystem, das den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen verpflichtet ist. In den USA gibt es beispielsweise die NGO „Practice Green Health“ (www.practicegreenhealth.org), die bereits 2001 mit einem Klinik-Programm für eine gesunde Umwelt startete. Ein Jahr früher startete in Kanada die „Canadian Coalition for Green Health Care“ (www.greenhealthcare.ca). Und „The Global Green and Health Hospitals“ (www.greenhospitals.net) umfasst mit fast 1.500 Mitgliedern in über 70 Ländern mehr als 43.000 Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Als erstes deutsches Bundesland hat Bayern vor zehn Jahren die „Green Hospital Initiative Bayern“ gestartet (https://www.stmgp.bayern.de/meine-themen/fuer-krankenhausbetreiber/green-hospital-plus/). 

Die Umweltorganisation BUND hat ihr Gütesiegel „Energiesparendes Krankenhaus“ seit 2001 bislang an 88 Krankenhäuser und Reha-Kliniken vergeben und unterstützt mit dem Projekt „Klimamanager für Kliniken“ teilnehmende Häuser dabei, Emissionen und Ressourcen zu sparen.

Grüne und gesunde Kliniken

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht zu Recht ein erhebliches Potenzial für CO2-Einsparungen im Gesundheitssektor. Das Konzept der „Green Hospitals“ ist dabei ein wichtiger Ansatz. Ziel sind grüne und gesunde Kliniken, die regionale Bedürfnisse, Prävention und ökologisches Wirtschaften verbinden. Klimaschutz und Gesundheit sind zwei Seiten einer Medaille. Nennen wir sie das gute Leben.
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– AUTOR

Dr. Daniel Dettling
Institut für Zukunftspolitik

Dr. Dettling schreibt als externer Autor für KMS regelmäßig Beiträge und informiert über allgemeine und aktuelle Themen aus der Gesundheitsbranche.

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